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 elektrochemische Korrosion im geschlossenem wasserkreislauf? 
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Chemie God
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@ joggl:
so wie du es beschreibst wars bestenfalls 1:10 verduennt, und da geht dir die viskositaet schon merklich hoch (daher schlechter waermetausch, pumpe verreckt an ueberarbeitung). solche mengen brauchst du aber nur, wenn du das zeug als frostschutz einsetzen willst. als "systeminterne opferannode" reichen dir ein paar milliliter, und schon haste korrosionsschutz. und solange der kreislauf geschlossen ist, kommt dir da weder relevant biologie noch sauerstoffeinbruch mittelfristig in die quere.


@ desinfector:

das mit dem lackieren willste net wirklich...

dir gehen die waermeuebergangskoeffizienten derart in den knick, da stimmt hinterher nix mehr mit dem noetigen waermeabfluss. die kuehler sind halt auf "nacktes kupfer" ausgelegt.

gruss

ingo

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06.03.2008, 00:37
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ich hatte letzthin ein schweres Korrosionsproblem mit Fe/Cu/Al. Zuerst ging das Cu drauf, dann wurde der 2mm Alu-Mantel zerfressen. Hat einige k€ gekostet. Abhilfe: 1/3 Ethandiol im Kühlwasser - und regelmässig die Konzentration dessen kontrollieren. In den Automotorenkühlmittel wie G12 sind Indikatoren drin, welche einen Farbumschlag zeigen, wenn zuviele Abbauprodukte des Ethandiols vorhanden sind (wurde mir so erklärt)...


06.03.2008, 00:41
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Chemie God
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merkwuerdige reihenfolge... ich haette auf Al, Fe und erst zum schluss Cu getippt...

irgendne idee was da los war?

gruss

ingo

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06.03.2008, 01:29
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Chemie God

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Zitat:
das mit dem lackieren willste net wirklich...

dir gehen die waermeuebergangskoeffizienten derart in den knick, da stimmt hinterher nix mehr mit dem noetigen waermeabfluss. die kuehler sind halt auf "nacktes kupfer" ausgelegt.


nee also so eng an der Grenze sind die Teile nicht dimensioniert.
Dann würde ich eine WaKü nicht nehmen wollen.
Das stünde dann in keinem Verhältnis (Preis-Leistung).
Einem solchen System würde ich keinen kostbaren Prozessor anvertrauen.
Ich würde da ja auch keine nennenswerte Querschnitsverengung (der Welt dickste Lackschicht)
vornehmen, sondern halt einen Schutzüberzug.

@Kloschüssel:
Was war denn das für ein System?
Da muss ja das Cu als Anode fungiert haben.
Dies kann m.E. nur durch externes Anlegen einer Spannung passieren.
Sowas kann z.B. passieren, wenn eine Wasserleitung mit
Kunststoff-Rohren gestückt/geflickt wird, und von woher auch immer jetzt
noch am Cu eben eine Gleichspannung oder Mischspannung mit
überwiegend positivem Anteil (sozusagen offset) anliegt.
Dann fließt der Strom nicht über die Metallverbindung,
sondern nur übers Wasser (an der isolierenden Stelle vorbei) ab.

Oder Teflon-Dichtband kann auch schön isolieren.
Da werden schon mal zusätzliche leitende Verbindungen zwischen den
Übergängen fällig.

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06.03.2008, 08:07
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Was da los war? Nun so verschiedenes ist da schief gegangen. Zum einen wurde Leitungswasser pur verwendet. Und das hatte einen sehr hohen Carbonatanteil. Dann kam jemand auf die glorreiche Idee, das Ca und Mg mit EDTA zu komplexieren - hat auch eine Weile funktioniert. Dann setzten irgendwann blaue Kristalle feine Kühlkanäle zu und die Anschlussoliven aus verchromten Cu lösten sich auf. Dies hätte für den Kollegen schon Warnsignal genug sein sollen... Die Oliven wurden gegen welche aus Stahl ersetzt. Nun war die Korrosion innerhalb des Kühlkörpers aus Al dran - an den darin eingebauten Cu-Rohren... Die Kühlkanäle mussten immer wieder mal mit Pressluft freigeblasen werden - dabei kamen weiße Kristalle zu Tage. Da diese Korrosion von aussen nicht sichtbar war konnte man auch nicht sehen, dass auch das Al angegriffen wurde - bis schliesslich an der Oberfläche des Gehäuses der Elox-Mantel hässliche Flecken entlang der verlegten Cu-Rohre bekam und irgendwann auch Wasser durchdrang. Zum Glück ging der Vorgang schneller Richtung Aussenseite als nach innen - die teuere Elektronik und Messkammer waren (noch) nicht betroffen von Leckwasser.
Seit der Reparatur wird nun mit G12 gearbeitet und immer wieder ersetzt. Hilft. Kein Zusetzen mehr.
Ansonsten gibt es noch eine Massnahme, welche baulich etwas teurer ist, aber auch 'Linderung' verschafft: 'Unterbrechung' des Kreislaufs. Normalerweise stellt der Wasserkreislauf eine geschlossene Schlaufe dar, d.h. der Rücklauf geht direkt in ein Reservoir und gelangt ebenso direkt wieder in den Vorlauf. In der Unterbrochenen Variante wird der Rücklauf in einem elektrisch(!) isoliertem Behälter gesammelt. Wenn dieser voll ist, wird er von Rücklauf getrennt und in das Reservoir gegeben. In der Zwischenzeit wird ein 2. Behälter gefüllt. Durch diese Massnahme gibt es kein direkten Ring mehr, was angeblich die Korrosion in stark inhomogenen 'Kreisläufen' ohne Zusatz von Korrosionsschutz stark mindert.
Unabhängig davon sollten alle längeren Wege aus Polymerwerkstoffen versehen sein (entweder innen beschichtet oder besser Vollmaterial)...


06.03.2008, 14:47
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Chemie Junior

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hmm. dürfte schwierig sein in nem wärmetauscher innen alle rohre zu lackieren.

aber ich hab hier grad was gefunden. schaut euch mal diese flüsigkeit hier an.

http://www.hardware-rogge.com/Wasserkue ... :4597.html

das is angeblich für kreisläufe, in denen kupfer und alu enthalten is.

wie wirkt sowas?

hält das zeug mein wasser nichtleitend? somit keine elektrochemische korrosion oder?

ich dachte immer n absolut nichtleitendes wasser gibts nur in einem sterilen klima... und das hat man ja im hausgebrauch nicht. denn sobald n bisschen staub oder dreck ins wasser kommt, leitet es doch geringfügig wieder...?

meint ihr das passt, wenn ich das zeug einfach mal probier?


06.03.2008, 14:57
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Chemie God

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also ich würde als Minimum zu destilliertem wasser raten.
Die Rohre von innen so gut wie es geht spülen, damit von der Produktion
keine Reste im Wasser schwimmen. Irgendwas ist immer da.

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06.03.2008, 15:57
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Chemie God
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@ joggl...


mach dir mal das bild gross.... lies die inhaltsangaben...das ist GLYCOL und sonst nix was deklarationspflichtig waere...


und genau ueber das zeug reden wir hier die ganze zeit


gruss

ingo

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06.03.2008, 16:17
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Chemie Senior
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noch zu den opferanoden....! Du könntest einen anodensack benützen der nur zulässt das sich ionen bewegen können aber keine partikel durch gehen!

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Friede Freude Chemiekuchen


06.03.2008, 22:37
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Chemie Junior

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achso. na dann brauch ich ja nur zu meinem kfz meister zu gehen und mir n paar milliliter geben lassen.

ich hab halt nur so n paar sachen gelesen... z.B.

"Bitte auch keine Glysantinhaltigen Zusätze verwenden (z.B. aus dem Autozubehör / G11 bzw. G12). Solche Zusätze sind trotz ihrer teilweise ähnlichen Zusammensetzung völlig ungeeignet, da diese auf andere Temperaturbereiche und Systemdurchsätze ausgelegt sind, zudem können die Zusätze dem Kühlsystem auf Dauer schaden."

is dann sowas nur kommerz oder?

wie viel GLYCOL soll ich denn ca auf einen liter dest. wasser hinzugeben?

bevor ich alles befüll noch mal alles mit alkohol ausspühlen... geht da spiritus auch? oder bleiben damit irgendwelche rückstände beim verdunsten übrig?


08.03.2008, 19:23
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Chemie God

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Joggl hat geschrieben:
"Bitte auch keine Glysantinhaltigen Zusätze verwenden (z.B. aus dem Autozubehör / G11 bzw. G12). Solche Zusätze sind trotz ihrer teilweise ähnlichen Zusammensetzung völlig ungeeignet, da diese auf andere Temperaturbereiche und Systemdurchsätze ausgelegt sind, zudem können die Zusätze dem Kühlsystem auf Dauer schaden."


ja..

Ich hab auch wakü, und benutze seit jahren Korrosionsschutz aus dem Automobilberreich.. (Den billigsten von ATU)

Bis jetzt hab ich noch keine Korrosionsprobleme usw. gehabt.
Und Themperaturunterschiede zu normalem wasser sind echt mal vernachlässigbar.

Ich dosiere des zeugs so 1:5 ..
hat en bissl mehr, als wie auf der Packung steht..


Zitat:
auch Korrosion sehe ich nicht ganz so dramatisch.


ÖHHHMMM,...
nicht in einer Wasserkühlung..
Im Sanitär villeicht, aber nicht, wenn auf nem halben Liter Wasser Kupfer/Alu/Messing/Chrom/Nickel usw. zusammenkommen..
da kann richtig die Post abgehen.


08.03.2008, 20:44
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Chemie Freak
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Bei mir ists ein Volumen von ca. 4l. Das geht ratzfatz.
Und den Hinweis mit dem G12 habe ich von einem namhaften Präzisionswaagenhersteller. Nur kein G11 - da sind andere Zusätze drin, die sich in Verbindung mit Cu und Al angeblich nicht so gut machen...

Nachtrag:
Unbedingt drauf achten, dass der Kühlmittelzusatz phosphat- etc. frei ist...


08.03.2008, 22:58
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Chemie Junior

Registriert: 04.03.2008, 16:27
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ok. werd drauf achten....

aber was ich noch wissen müsste: kann ich meine anlage vorher mit spiritus säubern, oder bleiben da rückstände übrig??? so könnt ich mir halt den teuren reinalkohol aus der apotheke sparen.


09.03.2008, 23:05
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Chemie Freak
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Das G12 hat ein Fungizid und Algenhemmer drin, aber es kann nicht schaden, den Kreislauf vorher zu spülen. Würde ich aber mit reinem Wasser mehrmals hintereinander evtl. mit Druck machen...


10.03.2008, 19:09
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Chemie God

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Beiträge: 1281
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Das Korrosionsproblem ist eigentlich keines solange du keine allzu schlimmen Dinge baust. Das Silber ist so wenig dass du es korrosionsmässige vergessen kannst. Du musst allgemein darauf achten dass die Kupfer- und Aluminiumteile des Kühlsystems nicht elektrisch leitend miteinander verbunden sind (ausser durch das Kühlwasser) dann baust du keine Batterie und hast damit keine elektrochemische Korrosion. So braucht es auch keine Opferanoden...

Zudem solltest du bei Aluminiumbauteilen im Kühlwasserkreislauf nie DI oder Destwasser nehmen, das Alu korrodiert zu dicken zementharten Aluminiumhydroxidschichten bis der Durchfluss verstopft. Ich durfte aus diesem Grund auch schon Alufittings wieder freibohren...

Hier noch etwas (nicht gut übersetzt) zu dem Thema, unter anderem auch das Thema Ethylenglykol: http://www.lytron.de/support/corrosion_in_cs.htm


10.03.2008, 20:23
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