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 Lösungsmittelabfälle 
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Chemie Junior

Registriert: 24.09.2005, 23:35
Beiträge: 3
Wohnort: Bonn
Beitrag Lösungsmittelabfälle
Hallo,

ich suche ein Behältnis, wo ich unsere Laborlösungsmittel drin sammeln kann. Im Momemt haben wir eine 5 L Plastikkanne mit einem Trichter drauf. Dieses Behälntnis steht unter dem Abzug.
Gibt es da keine bessere Lösung? Gibt es einen Anbieter, der sich auf ordentliche Aufbewahrung von Lösungsmitteln speziallisiert hat? Wäre über Links sehr froh.

Lieben Gruß
Ulrike


03.12.2007, 22:28
Profil
Chemie Senior

Registriert: 11.01.2007, 08:44
Beiträge: 259
Beitrag 
Der Abzug ist kein Lagerplatz, auch wenn dies oftmals so praktiziert wird!

Zuerst sollte geklärt werden, wie die Abfälle, wenn der Kanister dann mal voll ist weiter entsorgt werden, denn davon hängt das Konzept vor Ort ab.

Möglichkeit 1:
Der Kanister wird in einen Entsorgungscontainer umgefüllt.
Dadurch werden an den Kanister selbst weniger Ansprüche gestellt, die Lagerung des selben ist aber identisch mit Möglichkeit 2. Nachteil dieser Variante: durch den Umfüllvorgang ist eine erhöhte Exposition und Gefährdung wahrscheinlich, allerdings sind größere Entsorgungsgebinde in der Regel preiswerter zu entsorgen als Kanisterware.

Möglichkeit 2:
Der Kanister wird, so wie er ist, direkt entsorgt.
Da von einem Transport über die Straße auszugehen ist und ich mal unterstelle, dass der Flammpunkt unter 60°C liegt, trifft die Gefahrgutverordnung Straße zu. => Es wird ein Bauartzugelassener Behälter benötigt, welcher natürlich auch noch entsprechend der GGVS bezettelt werden muß.
Jetzt zur eigentlichen Lagerung des Behälters. Solange er sich im Arbeitsgang befindet, wenn also innerhalb des Arbeitstages "Entsorgungen" anfallen, kann der Behälter im laufenden Abzug stehen, was ich persönlich aber nicht empfehle. Bei Arbeitsende (in der Regel also über Nacht und am Wochenende muß der Kanister verschlossen in einem Lösemittellager oder Sicherheitsschrank gelagert werden. Ich empfehle die Lagerung auch während der Arbeitszeit in einem Sicherheitsschrank. Weiterhin empfehle ich eine Dauerabsaugung des Schrankes mit Überwachung, da man sonst auch noch Explosionsschutzzonen um den Kanister einhalten muß. Es gibt Unterschränke für Laborabzüge, die als Sicherheitsschrank ausgeführt sind. Diese sollten Typ90 sein, obwohl auch Typ30 möglicherweise zugelassen sind, aber das wäre dann die Sparvariante, ohne wirklich praktischen Vorteil. Der Sicherheitsschrank sollte über eine geeignete Auffangwanne verfügen, welche mindestens das Volumen des größten in ihr gelagerten Gebindes fassen kann.
Statische Aufladung sollte man bei Kunststoffbehältnissen auch berücksichtigen. Hier haben Metallbehältnisse gewisse Vorteile, allerdings, was die Entsorgung und Korrossionsfestigkeit angeht auch Nachteile.
Detailfragen würde ich mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit vor Ort abklären.
Jetzt noch ein paar Anbieter von entsprechenden systemen: www.asecos.de www.denios.de www.dueperthal.de www.koettermann.de
es gibt bestimmt noch einige mehr und die oben genanntenhabe ich nur so auf die Schnelle niedergeschreiben, ohne jegliche Wertung und Empfehlung.


04.12.2007, 08:02
Profil
Chemie God

Registriert: 15.09.2002, 13:16
Beiträge: 2751
Wohnort: 50°43'34.16" N 7°52'47.34" O
Beitrag 
@tiefflieger...

Is die sache mit der Lagerung und aufbewahrung von Kleingebinden irgendwo fest vorgeschrieben?

Bzw.
gibt es zb. eine Maximalmenge die ich in einen Großen Düppertal reinstellen darf?


04.12.2007, 09:46
Profil
Chemie Senior

Registriert: 11.01.2007, 08:44
Beiträge: 259
Beitrag 
Zu beiden Punken ein klares JA.

Beides ist in der TRbF20 Läger (Technische Regel brennbare Flüssigkeiten) festgelegt.
Achtung die TRbF20 bezieht sich oftmals auf die VbF, welche nicht mehr gültig ist und inzwischen durch Teile der Betriebssicherheitsverordnung und Gefahrstoffverordnung abgelöst ist. Zum Verständnis der TRbF20 benötigt man aber oftmals die VbF. Schönes Durcheinander mit vielen Fallstricken!

Hier eine Kurzfassung der TRbF20:
Diese Technische Regel gilt für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten sowohl in ortsfesten als auch in ortsbeweglichen Behältern in Räumen, im
Freien und unterirdisch.
.
.
.
=> mehr oder weniger jegliche Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ist erfasst.

Die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF), und damit auch diese
TRbF, findet keine Anwendung, wenn an Arbeitsstätten brennbare Flüssigkeiten
1. sich im Arbeitsgang befinden,
2. in der für den Fortgang der Arbeiten erforderlichen Menge bereit gehalten werden
oder
3. als Fertig- oder Zwischenprodukt kurzfristig abgestellt werden.
Brennbare Flüssigkeiten befinden sich im Arbeitsgang (siehe Satz 1 Ziffer 1), wenn sie be- oder verarbeitet werden, nicht aber, um demnächst der Be- oder Verarbeitung zugeführt zu werden. Die für den Fortgang
der Arbeiten erforderliche Menge (siehe Satz 1 Ziffer 2) ist in der Regel eingehalten, wenn sie den Bedarf für einen Tag nicht überschreitet.
.
.
.
=> Achtung, die TRbF gilt bei obigen Punkten nicht, aber die Betriebssicherheitsverordnung!

Allgemeine mengenbestimmte Anforderungen an Läger
Unzulässige Lagerung
(1) Unzulässig ist die Lagerung brennbarer
Flüssigkeiten
1. in Durchgängen und Durchfahrten,
2. in Treppenräumen,
3. in allgemein zugänglichen Fluren,
4. auf Dächern von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Bürohäusern und ähnlichen Gebäuden sowie in deren Dachräumen,
5. in Arbeitsräumen,
6. in Gast- und Schankräumen.

=> Punkt 5 dürfte fast immer relevant sein.

(2) Abweichend von Absatz 1 Ziffer 5 dürfen brennbare Flüssigkeiten unterhalb der in § 8 Absatz 1 Nummer 1 VbF für Lagerräume angegebenen Mengen innerhalb eines Arbeitsraumes gelagert werden, sofern die Lagerung mit dem Schutz der Arbeitnehmer vereinbar ist und in besonderen Einrichtungen z.B. gemäß TRbF 22 erfolgt.
.
.
.

=> Obiges Regelt also das Verbot der Lagerung, mit Ausnahme in entsprechenden Sicherheitsschränken. Jetzt noch ein Blick in die TRbF22 (Sicherheitsschränke)
...
In zerbrechlichen Gefäßen:
60 l AI
200 l AII oder B
in nicht zerbrechlichen Gefäßen:
450 l AI
3000 l AII oder B
Maximal 5000 l AIII je Arbeitsraum.

In einem Sicherheitsschrank <FWF90 dürfen maximal 300 l brennbare Flüssigkeiten und hierbei max. 200l AI gelagert werden.

Konkrete Angaben kann man den entsprechenden technischen Regeln entnehmen, wobei ein Blick auf die Betriebssicherheitsverordnung mit den Explosionsschutzregeln auch nicht schadet. Im Zweifelsfalle immer die Fachkraft für Arbeitssicherheit befragen, dazu ist sie schließlich da.


04.12.2007, 12:23
Profil
Chemie God

Registriert: 15.09.2002, 13:16
Beiträge: 2751
Wohnort: 50°43'34.16" N 7°52'47.34" O
Beitrag 
Danke.
:)

Nja, dann gehts ja noch^^
Ich mein, selbst beim großen B standen die LöMi kannen Tagsüber offen im Abzug


04.12.2007, 13:16
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