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 Ethylacetat 
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Chemie Senior

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Beitrag Ethylacetat
Ich habe vor einer Weile einen Ferienjob gehabt, bei dem Ethylacetat als Allesreiniger benutzt wurde und zwar ohne Handschuhe. Es kam also ab und zu mal vor, dass man etwas davon an den Fingern hatte, was sich sofort durch Ausrocknung der Haut zeigte. Sind da irgendwelche Langzeitfolgen für die dort arbeitenden denkbar ?
Gruß


14.06.2005, 13:44
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Ja, das Ethylacetat(Essigsäureethylester) ist ja ein Lösungsmittel, welches auch durch die Haut aufgenommen werden kann!!! Auf die Dauer ist das sicherlich nicht gerade gesund!!! Und mit den trockenen Händen kann ich nur regelmäßiges eincremen empfehlen(mit Feuchtigkeitsspendene Creme)!!! :wink:

Gruß
Sebastian


14.06.2005, 13:51
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Also wie überall beim Umgang mit Gefahrstoffen sollte man es nicht übertreiben, der MAK-Wert liegt mit 400 ml /m³ recht hoch, und das ist auf eine 40 h-Woche gerechnet. Also gelegentlicher Spritzkontakt ist sicher nicht das Problem, ich arbeite auch sehr viel mit Ethylacetat, bei gelegentlichem Hautkontakt muß man halt abends eine Hautschutzsalbe benutzen, was auch sonst nicht schaden kann. Ethylacetat ist auch nicht als Fruchtschädigend eingestuft, zumindest hat es die Klassifizierung "Y", was bedeutet, daß bei Einhaltung der BAT- und MAK-Werte eine Fruchtschädigung nicht zu befürchten ist. Von daher dürfte wohl auch sonst eher nix zu befürchten sein.
Schau doch mal hier nach:
http://www.chemdat.de/mda/de/catalog/index.html

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Gruß, Morienus


14.06.2005, 13:59
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so kleine spritzer machen nichts. ich bekomm auch ab und zu mal methanol über die finger solange es wenig ist , aber nicht so schlimm

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Zum Dorfrichter Adam sagte der Gerichtsrat: "In Eurem Hirn liegen Wahrheit und Irrtum geknetet inniglich als wie ein Teig! Mit jedem Stücke gebt Ihr mir von beidem!"


14.06.2005, 14:07
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amanita_muscaria hat geschrieben:
so kleine spritzer machen nichts. ich bekomm auch ab und zu mal methanol über die finger solange es wenig ist , aber nicht so schlimm


Wobei bei Methanol auch noch die Gefahr der Hautresobtion gegeben ist.

Aber im Grund stimmt es schon, kleiner Spritzer, die direkt abgewaschen werden, sind nicht weiter schlimmt.

Beim Essigsäureethylester wir die Haut hauptsächlich spröde und rissig, d.h. öfter eincremen und gut ist. Langzeitfolgen wird das ganze wohl nicht haben, solange man da nicht täglich drin badet. Ich arbeite auch recht häufig damit (bei uns wird Diethylether wo es möglich ist durch Ethylacetat substituiert) und habe ansonsten keine Probleme damit. Soweit es möglich ist sollte der Kontakt mit der Substanz natürlich trotzdem vermieden werden.

morienus hat geschrieben:
der MAK-Wert liegt mit 400 ml /m³ recht hoch, und das ist auf eine 40 h-Woche gerechnet.

Nur um sicher zu gehen: Hier ist natürlich der Dampf gemeint, also keine 400ml LöMi pro Kubikmeter verdampfen sondern "nur" ca. 1,5g/m3 = ~1,7 ml Ethylacetat pro Kubikmeter. Trotzdem ist der Wert noch relativ hoch.


Zuletzt geändert von DMSO am 14.06.2005, 15:31, insgesamt 2-mal geändert.

14.06.2005, 15:05
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es ist ja immer mal wieder normal das man mal gesundheitsschädliche sachen einatmet oder über die finger bekommt, davon fällt man sicher nicht gleich um. auch wenn man mit benzol oder anderen sachen in kontakt kommt ist das ja noch ange kein grund zur panik, bis man da irgendwelche schäden davon trägt müsste man schon ne ordentliche mengen abbekommen, aber grundsätzlich sind handschuhe oder im freien arbeiten nicht verkehrt....

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14.06.2005, 15:09
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DMSO hat geschrieben:
...
morenius hat geschrieben:
....
...

Auch an Dich nochmal die Info: mein Nick ist Mo-ri-enus! :D :wink:
Was den Essigester angeht: Klar, hast schon recht, hätte vielleicht besser die andere Angabe aus dem SDB angegeben. :wink:

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Gruß, Morienus


14.06.2005, 15:10
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Beitrag 
amanita_muscaria hat geschrieben:
...auch wenn man mit benzol oder anderen sachen in kontakt kommt ist das ja noch ange kein grund zur panik, bis man da irgendwelche schäden davon trägt müsste man schon ne ordentliche mengen abbekommen, aber grundsätzlich sind handschuhe oder im freien arbeiten nicht verkehrt....


OhOh, vorsicht mit solchen Behauptungen in Bezug auf carcinogene Stoffe, da reicht theoretisch schon ein einziges Molekül aus, um Krebs auszulösen (deshalb gibt es bei krebserregenden Substanzen auch keinen MAK-Wert). Allerdings gibt es bei diesen Stoffen schon noch eine Unterscheidung, welche, die garantiert Krebs erzeugen und welche, wo eine bestimmte Exposition nötig ist. Ich werd mich mal schlau machen, genaueres weiß ich grad nicht.

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Gruß, Morienus


14.06.2005, 15:14
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Beitrag 
amanita_muscaria hat geschrieben:
es ist ja immer mal wieder normal das man mal gesundheitsschädliche sachen einatmet oder über die finger bekommt, davon fällt man sicher nicht gleich um.


Hm, also normal ist das eigentlich nicht. Wenn mit Gefahrstoffen umgegangen wird, dann geschieht das unter dem Abzug und wenn die Gefahr besteht, dass man sich etwas auf die Finger schüttet, dann zieht man eben mal Handschuhe an. Das es trotzdem mal passieren kann ist eine andere Sache, aber "normal" ist das nicht ... :roll:

Zitat:
auch wenn man mit benzol oder anderen sachen in kontakt kommt ist das ja noch ange kein grund zur panik, bis man da irgendwelche schäden davon trägt müsste man schon ne ordentliche mengen abbekommen, aber grundsätzlich sind handschuhe oder im freien arbeiten nicht verkehrt....


Also Benzol ist gleich mal wieder ein ganz anderes Thema. Natürlich kann man auch mit Benzol sicher arbeiten, aber hier sind Abzug und Handschuhe Pflicht. Methanol ist ja praktisch "nur" akut toxisch, bei Benzol sind wir aber schon bei einem erwiesenermaßen cancerogenen Stoff. Und hier reichen eben schon sehr kleine Mengen aus. Tot umfallen wird man davon sicher nicht, aber genau das ist ja das tückische an Krebs: du merkst ja erstmal überhaupt nichts davon.

Benzol hat die Klassifizierung "C 1" (Beim Menschen bekanntermaßen krebserregend) und "M 2" (Erbgutveränderung beim Menschen möglich) und ist ebenfalls hautresorptiv. Und deshalb hat Benzol auch einen TRK-Wert von schlappen 3,25mg/m3 (Vergleich: Methanol 270mg/m3, Ethylacetat 1500mg/m3). Nicht umsonst wird Benzol wo es nur geht durch das wesentlich ungefährlichere Toluol ersetzt.


14.06.2005, 15:28
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Beitrag 
morienus hat geschrieben:
DMSO hat geschrieben:
...
morenius hat geschrieben:
....
...

Auch an Dich nochmal die Info: mein Nick ist Mo-ri-enus! :D :wink:


Hm, keine Ahnung was du meinst, hab ich doch oben richtig ... :angle:
(ok, ist für die Zugunft notiert :wink: )

Zitat:
Was den Essigester angeht: Klar, hast schon recht, hätte vielleicht besser die andere Angabe aus dem SDB angegeben. :wink:


Wollte nur sichergehen, das klang so als ob man in einen normalen Labor ~20-40 Liter Ethylacetat verdampfen könnte und noch unter MAK bleiben.


Zitat:
OhOh, vorsicht mit solchen Behauptungen in Bezug auf carcinogene Stoffe, da reicht theoretisch schon ein einziges Molekül aus, um Krebs auszulösen (deshalb gibt es bei krebserregenden Substanzen auch keinen MAK-Wert). Allerdings gibt es bei diesen Stoffen schon noch eine Unterscheidung, welche, die garantiert Krebs erzeugen und welche, wo eine bestimmte Exposition nötig ist.


Genau so isses, deshalb hat Benzol auch keinen MAK-Wert, sondern nur einen TRK-Wert (=technische Richtkonzentration) vob eben genau 3,25 mg/m3.


14.06.2005, 15:38
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ihr habt natürlich beide recht, bei solchen sachen muss man unbedingt vorsichtig sein, nur wenn jemand mal mit 5 mlmethanol was im reagenzglas extrahiert und da kommt mal was auf die finger oder man atmet ein bischen die dämpfe ein das ist das ja nicht soooo dramatisch..

bei größeren mengen oder bei benzol / krebserregenden stoffen ist das natürlich schon was anderes..... von so geringen mengen methanol bekommt man doch höchstens kopfschmerzen....

außerdem hat man daheim selten einen abzug und auch wenn man im freien arbeitet atmet man immer ein wenig von den dämpfen mit ein.....
nur bei krebserregenen stoffen ist natürlich nicht so gut....

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Zuletzt geändert von amanita_muscaria am 14.06.2005, 16:44, insgesamt 1-mal geändert.

14.06.2005, 16:39
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klar, da hast du recht. Wie gesagt, das heimtückische ist halt, daß viele der carcinogenen Stoffe keine akute toxizität besitzen, sondern eben "nur" krebserregend sind, und somit erst auf lange Sicht echte Probleme machen. Deswegen ist bei diesen krebserregenden Stoffen eben höchste Vorsicht geboten. Ein hochradioaktives Präparat fasst Du ja auch nicht ungeschützt an, auch nicht ganz kurz. Denn wenn du die kritische Dosis abbekommen hast, hast du sie. Punkt. :wink:

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Gruß, Morienus


14.06.2005, 16:44
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