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 Sterbehilfe - Medikamente 
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Chemie Freak
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Beitrag Sterbehilfe - Medikamente
Hi,
wir haben im Religionsunterricht heute ein sensibles Thema behandelt; Aktive Sterbehilfe


Ein Schüler stellte die Frage, was dort für Medikamente zum Einsatz kommen würden. In Deutschland ist es zwar noch nicht legal aber dennoch wir bereits stark darüber diskutiert. Weiß irgendeiner der hier anwesenden, was für stoffe dabei zum Einsatz kommen?

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Wenn ich heute nicht weiß, wer ich gestern war, wer bin ich dann morgen?
Cogito, ergo sum - Ich vermute also könnte ich sein.


26.01.2006, 20:47
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der schweizer sterbe- und freitod-hilfe-verein dignitas verwendet dazu ein barbiturat:
Zitat:
DIGNITAS beschafft das dazu notwendige letale Medikament, bei dem es sich um ein schnell und völlig schmerzlos wirkendes Barbiturat handelt, das in gewöhnlichem Leitungswasser aufgelöst wird.

quelle:
http://www.dignitas.ch/we/seite05.htm

Kylex


26.01.2006, 21:46
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Chemie Freak
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Beitrag 
Genau über diese Organisation hatten wir einen Artikel ^^

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26.01.2006, 21:48
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Insulin - in ausreichender Menge... Schmerzloser "schöner" Tod... Dazu preiswert und fast nicht nachweisbar... Deswegen auch immer wieder Grund zu Diskussionen, ob nicht ein deutscher Arzt doch auf diese Weise aktiv geholfen hat...

Grüße

Conrad

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27.01.2006, 08:05
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Chemie Senior

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blackcat1105 hat geschrieben:
Insulin - in ausreichender Menge... Schmerzloser "schöner" Tod... Dazu preiswert und fast nicht nachweisbar... Deswegen auch immer wieder Grund zu Diskussionen, ob nicht ein deutscher Arzt doch auf diese Weise aktiv geholfen hat...

Grüße

Conrad


Kannst du das für einen "Nicht-Mediziner" bitte mal erklären? Insulin senkt den Blutzuckerspiegel. Soweit klar. Und dann? Was passiert, wenn im Blut kein Zucker mehr ist? Hört dann einfach das Herz auf zu schlagen?

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Haftungsausschluss: cbi übernimmt keine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit/Vollständigkeit dieses Beitrags.


27.01.2006, 18:08
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Beitrag 
cbi. hat geschrieben:
...Was passiert, wenn im Blut kein Zucker mehr ist? Hört dann einfach das Herz auf zu schlagen?

So ungefähr, Zucker im Blut stellt ja gewissermaßen der "Treibstoff" für den Organismus dar, wenn also zu wenig Zucker da ist, "verhungert" man quasi auf zellulärer Ebene (stark vereinfacht dargestellt). Google doch mal nach "Unterzucker", "Unterzuckerung" oder so.

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Gruß, Morienus


27.01.2006, 18:19
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Soweit ich weiß werden auch oft Narkosemittel und Schmerzmittel oder eben Schlafmittel wie barbiturat verabreicht,natürlich alles überdosiert.
Ich habe mal gelesen das bei genetisch erkankten Embryonen, zur Lebensbeendigung eine Kalium-Chlorid Lösung ins Herz injiziert wird,welches dann sofort aufhört zuschlagen,das ist ja "eigentlich" auch aktive sterbehilfe,also könnte ich mir gut Vorstellen das es bei Erwachsenen sicher höher Dosiert auch angewandt wird,ich glaube die Todesspritze hat die selbe Kalium Lösung wie die,der Embryonen,aber ob das jetzt im Fall der "normaler" Sterbehilfe angewandt wird,bin ich mir nicht ganz so sicher,könnte ich mir aber gut vorstellen.


27.01.2006, 22:01
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Chemie Junior

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ihr alle bewegt euch da auf einem sehr hauchdünnen eis ohne nennenswert ahnung zu haben. die insulin-methode kann übelst daneben gehen. es gibt leute die kurz vor vor dem tod durch überdosis gefunden wurden und das mehr als genug und das gehirn war leider schon abgestorben der rest kann aber ein weilchen länger am leben bleiben. und wehe dem oder seinen angehörigen die so etwas miterleben müssen. stellt euch einfach einen körper vor der seelenlos ist und am leben erhalten wird - hirntot eben oder zumindest zum größten teil. (apallisches syndrom, wachkoma=> http://de.wikipedia.org/wiki/Apallisches_Syndrom) siehe Ursachen

aber ich denke, dass ein erwachsener mensch im vollbesitzt seienr kräfte, mit einer unheilbaren erkrankung und ohne aussicht auf heilung möglichst schmerzlos abgedeckt sein sollte und was darüberhinaus geht ist sein persönliche sache und darf nicht verurteilt werden - nur wenn solche leute aufgefunden werden und in ein krakenhaus kommen dann sthet man da und was soll man machen... unser land besteht leider nur aus schwätzern und kastrierten hohlköpfen, die zuviel debatieren anstatt etwas konstruktiv zustande zu bringen. Und wenn demnächst noch studiengebühren eingeführt werden - stirbt die intelligenz in diesem land endgültig aus oder wandert aus.


28.05.2006, 08:03
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Chemie God
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Gibt mehrere Möglichkeiten.
In einem Bericht über die Dignitas sprachen sie von "Natriumbarbiturat".

Alerdings kann man auch JEDES Narkosemittel verwenden. Wenn man die 10-Fache Menge benutzt.
Sprichwort: Einschläfern bei Tieren.

Ich finde das übrigens eine tolle Sache mit der Dignitas.

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Haribo macht Kinder froh, KCN tut´s ebenso!


28.05.2006, 08:42
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Chemie God
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jaja die aktive sterbehilfe, hatten wir auch im religionskurs, allerdings wollte die lehrerin nicht über medikamente sprechen.

Aber theoretisch kann man fast alles verwenden was man möchte, die entscheidenen Faktoren sind halt:

- schmerzlosigkeit
- geschwindigkeit
- Preis

Barbiturate werden aber nicht immer verwendet, da es auch da Probleme geben kann (bei oraler gabe -> erbrechen und dann wirds ekelig).

und die Todesspritze in den USA ist nicht wie viele glauben eine einzige spritze, sondern besteht aus 3 injektionen.

1. Natrium Thiopental (ein Beruhigungsmittel) <- kann als wahrheitsdroge verwendet werden, da es den bereich des Gehirn der fürs lügen zuständig ist blockiert (man kann zwar immer noch lügen, aber man erkennt sofort ob man lügt oder nicht),

2. Pancuronium Bromide (muskellähmung, damit man nicht zuckt, kann ebenfalls zur raucherentwöhnung verwendet werden, da es den rezeptor fürs nikotin im gehirn blockiert wirkungseintritt ca. 5 min wirkdauer bis zu 60 minuten (durchschnittlich 45 minuten))
Nebenwirkung: Atemstillstand, wirkung kann durch anitbiotika beeinflusst werden -> wirkungslos.

3. Kaliumchlorid (stoppt den Herzschlag).

Problem des ganzen: kein Arzt setzt diese spritzen/schläuche (hypokratischer Eid)

das schmerzmittel wird gespritzt, danach wird ein zugang für die anderen beiden gelegt, da es ungelernte machen, kann das dauern.

Problem: das schmerzmittel wirkt so durchschnittlich nur 20 minuten.
Es ist schon des öfteren vorgekommen das das gift erst nach über 30 minuten injiziert wurde, weil es so lange gedauert hat einen geeigneten zugang zu legen und den "muskelblocker" zu injizieren und zu warten bis er wirkt.

Folge: das Opfer kann sich nicht bewegen, spürt aber schmerzen ohne ende durch das gift. Zeit bis zum einsetzten des Exodus durch Kaliumchlorid ca. 5 minuten.

PS: wer die Todesstrafe überlebt, ist frei. (ist bis jetzt 3 mal vorgekommen, allerdings nur bei strom).

Zur Sterbehilfe zurück:

verwendete substanzen:

1. Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika, Sedativa)

2. Schmerz- und Betäubungsmittel (Narkotika)

3. Spezifische Herzmedikamente (Digitalisglykoside)

4. blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertonika)

5. Insulin sowie Kaliumchlorid (KCl) und Curacit (enthält Curare)

andere Methoden:

1. Abschalten der künstlichen Beatmung (zwei Schwestern und ein Krankenpfleger)

2. Luftinjektion (ein Krankenpfleger)

3. Einflößen von normalem Leitungswasser während der Mundpflege mit Hilfe eines Bechers bei tief bewusstlose Patienten mit Herzschwäche und Lungenödem, die keine Abwehrbewegungen vollziehen konnten (zwei Schwestern)

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mfg.

C8H10N4O2


28.05.2006, 16:13
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morienus hat geschrieben:
cbi. hat geschrieben:
...Was passiert, wenn im Blut kein Zucker mehr ist? Hört dann einfach das Herz auf zu schlagen?

So ungefähr, Zucker im Blut stellt ja gewissermaßen der "Treibstoff" für den Organismus dar, wenn also zu wenig Zucker da ist, "verhungert" man quasi auf zellulärer Ebene (stark vereinfacht dargestellt). Google doch mal nach "Unterzucker", "Unterzuckerung" oder so.


Sorry, aber das stimmt definitiv nicht.

Nein der Körper braucht definitiv keine Zucker bzw. Glycose.
Das Nervensystem und das Gehirn arbeitet zwar mit Glycose ganz gut wenn es aber keine mehr gibt wird auf Ketonkörper (Hydroxybutansäure) umgeschaltet.

Stell Dir vor Du würdest ein paar Tage keine KH mehr essen und der Glycosespeicher ist am ende, dann mußtest Du ja in der Nach sterben!

Kohlenhydrate benötigt der Körper im Gegensatz von Proteine und Fette nicht


28.05.2006, 16:53
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Aktive Sterbehilfe geht auch ohne Medikamente. Einfach ein bißchen Luft spritzen und schon gibt´s ne schöne Embolie, die meist zum Schlaganfall führt. Aber ich glaube ein schöner/schneller Tod ist das nicht...

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Erwarte nicht, daß dir alles im Leben auf dem Silbertablett serviert wird - verlange ein goldenes Tablett!


29.05.2006, 18:59
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Gun-Jin hat geschrieben:
Aktive Sterbehilfe geht auch ohne Medikamente. Einfach ein bißchen Luft spritzen und schon gibt´s ne schöne Embolie, die meist zum Schlaganfall führt.


Wie das bei der Ethikkommission durchgehen soll mußt Du mir mal erklären, da könnte ich die Leute gleich mit nen Knüppel erschlagen das wär sicher humaner als ne Luftspritze


30.05.2006, 11:35
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Chemie God
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luftspritzen werden bei gehirntoten verwendet, wenn also keine Chance mehr besteht, das die Person noch überhaupt irgendwas mitkriegt und der Körper nur noch von Maschinen zusammen/am leben gehalten wird.

Allerdings werden in solchen Fällen meistens einfach die Geräte abgeschaltet und abgewartet bis der Patient erstickt ist.

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mfg.

C8H10N4O2


30.05.2006, 14:22
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Beitrag 
blackcat1105 hat geschrieben:
Insulin - in ausreichender Menge... Schmerzloser "schöner" Tod... Dazu preiswert und fast nicht nachweisbar... Deswegen auch immer wieder Grund zu Diskussionen, ob nicht ein deutscher Arzt doch auf diese Weise aktiv geholfen hat...

Grüße

Conrad


Naja, Hypoglykämie ist auch kein Spass. Und so richtig angenehm ist das auch nicht (kann ich Dir aus eigener Erfahrugn sagen, ich bin Diabetiker). Aber immer noch besser als KCN.

Zitat:
Nein der Körper braucht definitiv keine Zucker bzw. Glycose


Natürlich tut er das. Der Grund warum man nicht sofort stirbt, wenn man mehrere Tage keine Kohlenhydrate mehr gegessen hat, ist dass der Körper auf andere Glucosespeicher zurückgreift. Allerdings dauert das einige Zeit. Und wenn man massive Insulin-Überdosen intus hat, ist die Zeit um auf die Glucosespeicher zurückzugreifen nicht mehr ausreichend. Und bei Butzuckerwerten von <5 mg/dl ist definitiv Schicht im Schacht, mit viel Glück ist man bei Verabreichung von Glukagon I.M. und Glucose I.V. ein menschlicher Blumenkohl.
Oder warum erklärst Du dir die Tatsache, dass man mich mit einem Glukosespiegel von 14 mg/dl (massiv mit der Dosis verrechnet und dann auch noch gekotzt) gerade noch so mit oben erwähnten Mitteln wieder zurückgeholt hat.

_________________
Life is not a journey to the grave with the intention of arriving in an attractive and well preserved body, but rather to skid in sideways, cigar in one hand, favourite drink in the other, body used up, totally worn out, and screaming WOW - What a ride!"


30.05.2006, 15:52
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